Ich habe mir vorgenommen nach dem Abschluss meiner Bachelor Thesis mal wieder Linux als Desktop System zu probieren. Das war am Freitag also hab ich nach einem Trip zu meinen Eltern mal damit angefangen... Das Ziel war ein
KDE 4.2 System zu erhalten hat sich aber etwas anders entwickelt... Dazu ist zu sagen das ich ein 2 Monitor Setup mit einem 1280x1024 und einem 1920x1200 screen habe wobei der große (primäre) rechts neben dem kleinem ist.
Ein paar Erfahrungsberichte dazu:
Arch
Als erstes habe ich
archlinux ausprobiert da ich der Meinung bin/war das ich nicht ganz dämlich bin und ein cool konfigurierbares system ja was nettes ist. Die Installation lief auch bis auf einen Totalabsturz des Setups problemlos.
Das Init System von Arch ist super cool und pacman fühlt sich gut an.
Nach einiger frickelei (hat aber weitgehend Spaß gemacht) hatte ich dann auch X mit der richtigen Auflösung (aber nur auf dem primären Monitor) und kdm am laufen. Leider ist jedesmal nach Eingabe meines Benutzername in kdm der "kde-greeter" abgestürzt was die ganze kdm Geschichte leider getötet hat. Nach noch ein bisschen probieren habe ich raus gefunden das ich kde-failsafe durchaus starten kann, ging auch erstmal gar nicht so schlecht. Leider sind mir oft dinge hängengeblieben oder abgestürzt und das einloggen mit failsafe ging auch nur jedes zweite mal und failsafe fühlt sich eh falsch an, so vom namen her.
Daher habe ich beschlossen eine Distro mit weniger Frickelei zu probieren...
Kubuntu
Die "Einsteigerdistro" schlechthin:
Kubuntu, und da ich kde 4.2 haben will eben Jaunty alpha 5 (64bit) - einige der Probleme die ich hatte können durchaus an "alpha 5" liegen. Die Installation lief erstmal wieder sehr Problemlos, der Ubuntu installer ist schon ultimativ super. Erstmal ging jetzt aber der Proprietäre Treiber Manager nicht und ich brauche meine nvidia Treiber.. Ok das Problem hat sich dann einfach nach 5 mal probieren von alleine gelöst aber das kam mir doch eher komisch vor. Mit nvidia Treibern habe ich dann
xinemera aktiviert und hatte damit auch auf beiden monitoren ein Bild in der Richtigen Auflösung.
Leider gab es mit Xinemera verschiedene Probleme: Jedesmal wenn man mit dem Mauscursor von Screen A nach Screen B geht bleibt auf ScreenA noch ein Geistermauscursor kleben, an der stelle wo der cursor war bevor er den Screen verlassen hat, dafür habe ich auch keine Lösung gefunden. Und was ich auch erst später entdeckt habe: Mit aktiviertem xinemera funktioniert die randr Extension nicht. Was zur folge hat das
Compiz nicht funktioniert, überaus schade da zumindest bei meinem Setup Fenster beim verschieben Weise schlieren hinterlassen haben ohne Compositing.
Da mir aber auch in KDE andauernd Programme abgestürzt sind (unter anderem Adept, Amarok, verschiedene Plasmoids, plasma selbst (wenn plasma abstürzt tut sich nicht mehr viel in KDE...)) und die Plasmoids eigentlich alle andauernd am flickern waren habe ich beschlossen auf Ubuntu mit
Gnome umzusteigen.
Ubuntu
Um von Kubuntu auf
Ubuntu zu wechseln muss man eigentlich nur das Paket "ubuntu-desktop" installieren und den usplash theme wechseln. Beim nächstem Starten muss dann in gdm gewählt werden das Gnome und nicht KDE gestartet werden soll.
Meine Xinemera probleme hatte ich natürlich immernoch unter Ubuntu allerdings lief alles deutlich stabiler. Nach ein bisschen Googlen habe ich herausgefunden das Xinemera blöd ist (ach?) und man mit einer nvidia Karte auch die nvidia Lösung "twinview" aktivieren kann. Das geht auch wunderbar über das Grafische nvidia tool, ich hatte es nur vorher nicht wahrgenommen da ich mir unter "twinview" etwas wie klonen vorgestellt habe, ist es aber nicht. Mit aktiviertem twinview konnte ich jetzt auch Compiz installieren. Nach ein bisschen Konfiguration sah auch alles sehr cool aus bis darauf das alle Window Decorations von nicht gefocusten fenstern halbstransparent waren.
Nach gut zwei Stunden in den Compiz Optionen suchen habe ich dann im Internet gefunden das man um das zu ändern eine
metacity mit
gconf ändern muss nämlich "/apps/gwd/metacity_theme_opacity" bzw. "/apps/gwd/metacity_theme_active_opacity" Ich habe das ganze dann mal so geändert das die Decorations des Fordergrundfensterns Halbtransparent sind und alle anderen Vollsichtbar, dadurch sieht alles ein bisschen mehr wie Vista und allgemein sehr cool aus.
Meine TV Karte ("Technisat CableStar HD 2") konnte ich schnell zum laufen bringen, musste allerdings einen Externen Kernel Treiber kompilieren und einbinden die notwendigen Treiber und Instruktionen gibts auf dem
LinuxTV wiki
Meine Webcam (Logitech Quickcam 9000 Pro) ging ohne zusätzliche Treiber zu installieren, toll
Ich habe nun probiert die Zusatztasten meiner Maus (Logitech MX700) wie unter Windows zum laufen zu bringen. Die Maus hat zwei Tasten oberhalb vom Scrollrad und zwei Daumen tasten. Auf eine der Tasten oberhalb vom Scrollrad hätte ich gerne Strg+W und auf die Daumen tasten hätte ich gerne Dauerhaftes Scrollen während diese gedrückt gehalten werden ("Fortlaufend aufwärts"/"abwärts" in Mouseware). Das Problem wollte ich mit
xbindkeys zusammen mit xte aus dem
xautomation Paket lösen. Die Strg+W funktionalität habe ich auch schnell hinbekommen und sie funktioniert super. Das fortlaufend scrollen gestaltete sich aber als schwieriger. Ich wollte es umsetzen indem Scrollrad Events erzeugt werden während ich die Tasten gedrückt halte. Leider nimmt irgendjemand (X? Windowmanager? GTK? Firefox?) keine Scrollrad Events an während ich die Maustasten 8 bzw. 9 gedrückt halte. Die Standardfunktionalität dieser Tasten (Back/Forward) funktioniert in Firefox Problemlos ohne zusätzliche Konfiguration, aber das will ich gar nicht

Als workaround habe ich denn 5 Scrollrad Events auf das "release" Ereignis der Tasten gelegt, ist zwar was anderes aber geht in eine ähnliche Richtung.
Leider ging nach ~sechs Stunden meine Soundkarte nicht mehr und aus den Boxen kamen nur noch knarz Geräusche. Das konnte ich Glücklicherweise durch neuinstallieren der
Alsa treiber Lösen und der Sound ging erstmal wieder. Weitere vier Stunden später war er aber leider wieder Kaputt diesmal half auch keine Neuinstallation der Alsa Treiber. Soundausgabe über
OSS (Open Sound System) funktioniert Lustigerweise. Ich habe dann mal Probiert die Alsa Treiber vom Hersteller des Soundchips zu installieren, was zur folge hatte das Alsa zwar geht aber nur ein Sound gleichzeitig was etwas blöd ist. Wegen dem Sound bin ich nun erstmal wieder auf Windows, eventuell probiere ich in nächster Zeit nochmal ob ichs nicht doch irgendwie hinbekommen. Eventuell hätte ich mit der Soundkarte auch mit einem 32bit System weniger Probleme aber eigentlich möchte ich nicht nochmal alles neumachen deswegen...